Hühner Rettungsaktion

 

Hühner im Garten

Wir haben in unserem Garten seit vielen Jahren sehr zahme Hühner, denn ich habe Hühner gern. Es ist einfach wundervoll wenn die kleine Hühnerschar über die Wiese huscht.

Huehner-Komposthaufen
Hühner-Komposthaufen

Da Hühner sehr gerne scharren, habe ich diese Eigenschaft genutzt und meine Hühner dazu verwendet, meinen Komposthaufen für mich umzuwenden. Effektiv. Das erspart viel Arbeit, sowie Zeit, und die Hühner sind glücklich. Abgesehen davon sind Hühner mit die besten Schädlingsbekämpfer, wenn man sie zur rechten Zeit am rechten Ort einsetzt (falls nicht, fehlt leider der Salat…).    

Leider hat der Fuchs sich immer wieder Hühner von uns geholt. Die letzten dann Mittags um 12.00 Uhr, als ich mir gerade einen Cappuccino holen wollte. So haben wir dann beschlossen, in unserem Schaugarten ein Fuchs sicheres Freilaufgehege zu bauen und erst dann wieder Hühner zu holen.

Gesagt getan! Ein Gehege war bis auf die Tore fertiggestellt, als wir eine Nachricht von Tanja und Volker, guten Freunden von uns erhielten. Sie erzählten uns Mitte November 2010, dass sie in ein paar Tagen Hühner retten würden.

Wie bitte, Hühner retten?

Wir erfuhren dann, dass sie zu einem Bauern fahren werden, der bereit ist ein paar Hühner herzugeben, nachdem sie die „Massentierhaltung Eierlegequote“ nicht mehr einhalten (sprich ein paar Eier weniger legen als früher). Diese Hühner, so erzählte uns Tanja, würden, wenn Sie nicht geholt werden, den Weg des Suppenhuhns gehen, wie all Ihre armen geschundenen Kameraden.

Zusatzinfo die wir soeben erhielten (08. 02.2011): die Hühner werden keine Suppenhühner! Angeblich ist das Schlachten zu teuer, diese Tiere wandern Wortwörtlich in den  Schredder und werden als Tierfutter verwendet!!!

Wir haben sofort zugesagt und dachten uns, diese Hühner können dann wenigstens einen schönen Lebensabend bei uns verbringen, wenn das bisherige Leben schon nicht so toll war. Drei Stück sollten es fürs Erste werden.

Transportabler Hühnerstall
Transportabler Hühnerstall

Die Zeit bis zur Hühnerlieferung wurde von uns damit überbrückt den bestehenden transportablen Hühnerstall, den Michael mir vor ein paar Jahren gebaut hatte, in das neue Gehege zu transportieren und vorzubereiten. Kurz bevor Tanja und Volker bei uns mit den Tieren eintrafen, hat Sie uns angerufen und uns schon mal auf den Anblick vorbereitet.

(An dieser Stelle besser kein Bild)

Als die Tiere dann da waren, waren wir zwar Bilder aus den Medien gewöhnt, aber die Realität ist schon sehr hart. Sie waren nackt, blutig und ließen die Köpfe hängen. Wir setzten die Hühner in den Stall und ließen sie dort eine Woche, um sie an ihren neuen Schlafplatz zu gewöhnen. Eines der Tiere war so geschwächt, dass wir nicht wussten, ob es überhaupt die erste Nacht überlebt. Ein Ei, dass am nächsten Tag im Stall lag war blutig. Unsere Nachbarin, die die Tiere dann sah als wir sie raus ließen, hat erst mal eine ganze Weile keine Eier mehr zum Essen gekauft, so geschockt war sie.

Aber dann wurden wir angenehm überrascht:

Nach wenigen Tagen machten alle drei Tiere einen vitaleren Eindruck; sie waren neugierig was ich ihnen wohl für Leckereien bringe und ließen sich streicheln. Nach wenigen Wochen waren die meisten Federn wieder nachgewachsen und den sehr zahmen, liebenswerten Tieren war nicht mehr anzumerken was sie erlebt hatten. Apropos Eier, trotz Winter legen unsere Tiere für unseren Haushalt ausreichend Eier.

Obwohl sie so ein schweres Leben hatten, sind die Hühner nicht gestört und handzahm!

Schneehuhn im Paradiesgarten
Gerettetes Huhn Februar 2011

Wer gerne Helfen möchte, diese Rettungsaktion war nicht einmalig!
Es gibt Deutschland weit immer wieder Aktionen.

P. S. Bei der Rettungsaktion, die nach unserer folgte, waren die Hühner auf dem Hof in einem wesentlich besseren Zustand. Uns wurde mitgeteilt, dass der Gesamtzustand der Tiere auf dem Massentierhof sich verbessert hat und zwar von Aktion zu Aktion. Schön, dass es hilft!

Was wir im Paradiesgarten so machen, erfahrt Ihr hier: www.paradiesgarten.eu/paradiesgarten-maag

 

Nachtrag 2015:

Seit vielen Jahren haben wir nun schon unsere Hühner aus Rettungsaktionen. Nur einem Huhn konnten wir bisher nicht mehr helfen. Wir haben damit also sehr gute Erfahrungen. Wir lieben sie einfach.

Leider gibt es die Organisation bei uns vor Ort, von denen wir die Hühner hatten, nicht mehr. Aber es wurde bei den Bauern viel bewegt.

Herzliche Grüße

Hühner

Hühnerhaltung

Wer mehr über die Haltung von Hühnern (oder besser gesagt die generelle Haltung von Kleintieren) erfahren möchte, kann zum Beispiel an unserem neuen Kurs Mini-Farming Teil nehmen.

 

11 Gedanken zu „Hühner Rettungsaktion

  1. Toll, so ein Hühnerretten! Wir haben das im Frühjahr auch vor. Wollen 3 aus einer
    Batterie holen, bei uns auf dem Grundstück laufen lassen bis ans Lebensende.
    Wir sind Veganer, doch diese Eier werden wir essen. Habt ihr uns Tips für den
    Anfang mit den Hühnern. Wir hatten noch nie welche.
    Danke

     
    1. Hallo Jutta,
      wir starteten damals mit einem Buch über Hühnerhaltung vom Ulmer Verlag- um das Grundwissen für Hühner zu bekommen. Freigehege, Fuchs-sicher, hat sich bei uns im Garten unglaublich bewährt, da wir im Demonstrationsgelände während der Aussaatzeit sonst keinen Spaß hätten. Zu bestimmten Zeiten haben die Hühner dann freien Zugang ins ganze Gelände- das macht dann beiden Seiten durch die Abwechslung spaß. Euch viel Freude mit den Hühner- unsere sind wirklich richtig zahm und genießen Ihr Leben. Gruß das Paradiesgarten Team

       
  2. Wir retten auch immer solche Hybridleger-Hühner aus der Hühnerfabrik..aber was das Legen im Winter angeht, das liegt nicht an der Begeisterung der Hühner für ihr neues Zuhause, sondern daran, dass ihr eine Charge erwischt habt, die durch Hormonfutter so eingestellt war, das sie im Sommer mausern (die haben im Jahr davor im Winter die Eier zum Verkauf gelegt). wenn sie kein Hormonfutter mehr bekommen,werden sie innerhalb des næchsten Jahres /der næchsten 2 Jahre wieder normal und ihre Mauser richtet sich dann wieder nach dem Licht..dann legen sie auch nicht mehr im Winter..

     
  3. Danke für die ehrliche Antwort. Es ist sicherlich so wie Du es sagst! Und wenn nur eine von den 17.000 Hühner überlebt ist schon was gewonnen. Und siehe weiter oben – wenn noch mehr so denken, könnte im Prinzip der ganze Bestand von Privat-Leuten übernommen werden würden.
    Von 100% reichen 5% um etwas zu ändern!
    Ich hoffe, es macht die Runde 🙂

     
  4. sobald es die Außentemperaturen zulassen ,möchte ich einige Hühner adoptieren und sie auf meiner Wiese(ca.1000qm mit meinen 5 Maranshühnern (1Hahn)mitlaufen lassen.Habe das bereits 2mal gemacht und war zu Tränen gerührt,wie diese geschundenen Kreaturen den sogenannten Rassehühnern den Rang ablaufen.Die Eindrücke waren unbezahlbar.Da geht es nicht mehr um Schönheit sondern um Tierliebe.

     
  5. Hallo,
    ich habe schon lange den Wunsch in der Zukunft mal Hühnern ein schönes Leben zu schenken und bedanke mich für diesen schönen Bericht-ich habe mich immer gefragt, wie so eine Aktion dann wirklich abläuft.
    Danke und weiter so!
    Grüße aus Düsseldorf 🙂

     
  6. Ihr Lieben,
    erstmal Glückwunsch zu eurer wirklich gelungenen Internetseite.
    Eine prima Möglichkeit sich über euer kreatives und inovatives Wirken auf dem neuesten Stand zu halten.
    Wir freuen uns schon auf weitere gemeinsame Projekte zusammen mit euch!!!

    PS: Alle vermittelten Hühner scheinen sich, auch Dank eurer Hilfe (Transportkörbe, Vermittlung, etc.) in ihren neuen Umgebungen eingelebt zu haben und dürfen einem glücklichen Leben entgegensehen :o)

    Herzliche Grüße und Umärmelungen,
    eure „Goldhofer“ Tanja und Volker

     

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