Die 10 goldenen Bewässerungs-Regeln

 

Es wird wieder heiß! Also Temperaturmäßig. Gießen = Gießen, denken viele, wundern sich dann aber warum bei diesem einen Nachbarn alles so viel schöner wächst wie bei allen anderen. Je nach dem was im Garten gepflanzt wurde, brauchen die Pflanzen mehr oder weniger Wasser. Bei diesen Gieß-Regeln sind sich aber alle Pflänzchen sicher!

Für alle die es besser wissen wollen 😉

Die 10 goldenen Bewässerungs-Regeln

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Tipp 1: Gieße am besten morgens mit dem Tau.

Warum?
Erstens bleiben die Blätter schön und gesund. Trockenschäden sehen schlimm aus. Das Wasser wird besonders Tagsüber gebraucht. Erst bei Mittagssonne zu gießen kann unschöne, braune Flecken auf den Blättern hinterlassen. Pilzerkrankungen haben es leichter, wenn die Pflanzen zulage durchnässt sind. Über den Tag kann der Boden schneller wieder abtrocknen.
Zweitens haben es Schnecken schwerer. Die kleinen Schleimer mögen es feucht. Wenn ihr erst abends gießt, macht ihr es ihnen leichter voran zu kommen.
Drittens erleiden die Pflanzen keinen Schock. Stellt euch vor ihr liegt entspannt am See auf eurem Badetuch und jemand kippt einen Eimer kaltes Wasser über euch. Besonders begeistert wärt ihr nicht oder? Pflanzen wie Tomaten und Kohlrabi könnten dadurch aufplatzen. Besonders wenn die Früchte nass wurden.

P.S. Ich gieße Abends bei Hitze Wasserschlürfer durchaus ein zweites Mal. Das betrifft besonders Topfpflanzen oder frisch eingepflanzte Pflanzen die noch keine Wurzeln in die Tiefe haben.
P.P.S. Ein zu saurer Boden verhindert Wurzelwachstum.

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Tipp 2: Gieße an die Wurzeln und nicht auf die Blätter.

Warum?
Erstens habt ihr weniger Blattkrankheiten. Feuchtigkeit auf den Blättern fördert Pilzerkrankungen und Fäulnis. Pilzerkrankungen verteilen sich oft über Tröpfchen. Also herumspritzen beim Gießen ist in dem Fall schlecht.
Zweitens macht ihr schöne Blüten nicht kaputt. Einige Blüten sehen nach dem Regen nicht mehr schön aus – so auch beim gießen.
Drittens perlt das Wasser nicht nur an den Blättern ab. Das Wasser sollte an den Pflanzballen und an die Wurzeln kommen, aber große Blätter können das verhindern. So spart ihr Wasser und damit auch Geld.
Viertens gibt es Pflanzen (z.B. Tomaten und Gurken), die prinzipiell kein Wasser auf ihren Blättern vertragen.

Wenn die Pflanze zu dicht gewachsen ist um beim gießen an die Wurzeln zu kommen, grabt einen kleinen Blumentopf oder eine halbierte PET Flasche in der nähe der Wurzeln ein. So habt ihr einen Trichter zum reingießen.

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Tipp 3: Erkenne wann die Pflanzen Wasser brauchen.

Gerade bei Topfpflanzen ist es wichtig immer die Fingerprobe zu machen. Die wenigsten Pflanzen mögen Staunässe. Wie muss sich der Finger in der Erde also anfühlen? Am besten kalt und feucht. Wenn Erde am Finger zurück bleibt ist das auch ein Anzeichen für Feuchtigkeit. Als Gartenanfänger ist das gar nicht so leicht! Aber man bekommt ein Gefühl dafür was die Pflanzen mögen und was nicht. Sollte das nicht so sein, kann ich einen Feuchtigkeitsmesser empfehlen. Diesen hier verwende ich auch: >>Bodentester kaufen über Amazon Partnerlink

Mit einem Feuchtigkeitsmesser bist du dir sicherer mit dem gießen.

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Tipp 4: Nicht jede Pflanze braucht dauerhaft Wasser.

Es ist ganz wichtig, dass ihr euch über eure Pflanzen informiert.
Lest auf dem Etikett oder im Internet nach. Wenn Ihr die Pflanze nicht kennt, fragt im Forum. Ein Kaktus wäre nach drei Wochen liebevollem gießen tot, weil er es nicht dauerhaft feucht mag. Das heißt aber natürlich nicht, dass er nie Wasser braucht.
Setzt Pflanzen die es auch mal trocken mögen. Wenn es Stellen gibt an denen ihr mit dem gießen einfach nicht nach kommt wird es vielleicht Zeit für eine andere Bepflanzung.

Anstatt vertrocknetem Rasen könnte eine Wildblumenwiese oder ein Steppenbeet schön sein. Rasen benötigen wöchentlich bis zu zwanzig Liter Wasser pro Quadratmeter. Das kann je nach Grundstücksgröße die Wasserrechnung in die Höhe treiben. Übrigens erholt sich Rasen von Trockenschäden gut. Also keine Panik wenn er im Sommer mal braun wird.

Stauden die ihr an trockene Stellen mit Vollsonne setzen könnt: Sedum (z.B. Fette Henne), Sonnenhut, Mädchenauge, Bartblume, Astern (z.B. Goldhaaraster), Sandnelke, Sukkulenten, Disteln (blaue Kugeldisteln finde ich sehr hübsch), gewöhnlicher Natternkopf, Fackellilie, Graslilie, Duftnessel und große Braunelle.

Kräuter die ihr an trockene Stellen mit Vollsonne setzen könnt: Lavendel, Salbei, Thymian, Lorbeer, Majoran, Bohnenkraut, Ysop, Currykraut, Rosmarin und Oregano.

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Tipp 5: Nicht jede Pflanze die sich hängen lässt braucht gerade Wasser.

Pflanzen lassen sich aus vielen Gründen hängen! Pflanzen wie Kohl, Kürbis und Zucchini zum Beispiel lassen sich als Hitzeschutz in der Mittagssonne hängen. Sobald die Sonne weg ist, stehen sie wieder auf. Auch bei Wurzelschäden (z.B. durch Fäulnis, Wühlmaus) lassen sich Pflanzen hängen. Ebenso beim Übergießen! Also immer erst die Fingerprobe oder leichtes nachgraben.

Schön zu sehen an meinem Kohl. In der Sonne lässt er sich noch hängen, während die, die der Schatten erreicht hat wieder stehen.

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Tipp 6: Mach dir Gießränder und nutze Untersetzer.

Was ist ein Gießrand? Gerade wenn im Beet frisch bepflanzt wurde ist die Beetfläche offen. Je nach Erdbeschaffenheit und Trockenheit fließt das Wasser einfach von der Pflanze weg, ohne das diese auch nur einen Tropfen abbekommt. Deshalb formt man einen kleinen, runden Wall aus Erde um die Pflanze, damit das Wasser nicht abhaut. Praktisch wie ein kleiner Untersetzer, nur im Beet.

P.S. Bei starken Regenfällen solltet ihr bei Topfpflanzen die Untersetzer ausleeren. Staunässe ist genauso ungesund wie Trockenheit.

Als Wasserreservoir könnt ihr für Beetpflanzen die sehr viel Wasser brauchen (z.B. Hortensien) einen alten Eimer in den Wurzelbereich mit eingraben. Auch bei Sandboden sinnvoll, damit das Wasser nicht sofort nach unten abfließt.

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Tipp 7: Lieber Regenwasser als Leitungswasser nutzen.

Viele Pflanzen mögen lieber Regenwasser. Der PH Wert ist neutraler. Gerade Pflanzen wie Rhododendron mögen keinen Kalk. Abgesehen davon spart Regenwasser eure Ressourcen.

P.S. wenn ihr so wie ich etwas kleiner seid, grabt die Regentonne vorher etwas ein, dann müsst ihr die Gießkanne nicht so hoch heben. Diese Tonne hier geht noch gut 1m tiefer.

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Tipp 8: Verhindere die Verdunstung.

Wenn ihr schon gießen müsst, solltet ihr auch dafür sorgen, dass ihr lange etwas von dieser Arbeit habt. Ein offener Boden trocknet schneller aus. Mulch oder Unterpflanzungen hindern das Wasser am Verdunsten und hält Gras und co. aus den Beeten.

Auch Topfpflanzen mögen Mulch. Hier seht ihr meine noch junge Esskastanie „castanea sativa vincent van gogh“.

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Tipp 9: Verwöhne deine Pflanzen nicht zu sehr.

Wenn ihr jemals wieder in den Urlaub wollt, dann meint es nicht zu gut. Pflanzen sind in diesem Fall wie Menschen – ein wenig faul wenn jemand anderes die Arbeit übernimmt. Gießt ihr das ganze Jahr über jeden Tag fleißig, bleiben die Wurzeln dort wo es Wasser gibt – in der obersten Schicht – anstatt auf natürliche Weise nach unten zu wachsen wo sie Grundwasser finden. Erwachsene Bäume zum Beispiel, müssen normal nicht von euch gegossen werden (außer bei extremer, monatelanger Trockenheit).
Generrell gilt, lieber einmal kräftig zu gießen, als 10 mal nur so nebenbei.

Topfpflanzen sind immer auf euch angewiesen, aber umso größer der Topf (Erdvolumen), um so länger halten es die Pflanzen ohne Euch aus. Lieber wenige Töpfe, aber dafür große.

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Tipp 10: Wenn es lange nicht geregnet hat, gieße vor dem Regen.

Warum?
Erstens, wenn der Boden richtig ausgetrocknet ist, wird er hart und wasserabweisend. Wenn es dann schwallartig regnet, fließt das Wasser nur davon. Gerade auf offenen Flächen wie Beeten. Im schlimmsten Fall fließen alle eure Nährstoffe davon. P.S. Ihr müsst nicht viel gießen, um den Boden auf Regen vorzubereiten.
Zweitens, ihr könnt euch auf Wettervorhersagen nicht zu 100% verlassen. Wenn es trocken ist und ihr den ganzen Tag nicht zuhause seid, solltet ihr gießen, egal was die Wolken oder der Wetterbericht sagt. Es reicht ein Tag um euer Gemüsebeet in eine Wüste zu verwandeln.

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Das waren meine 10 Tipps, wie ihr euren Garten durch die heiße Phase bringt!

Zum Schluss noch ein kleiner Klassiker:

Wenn euer Balkonkasten einen kleinen Wasservorrat braucht, füllt eine ausgediente PET Flasche mit Wasser und steckt sie verkehrtherum in die Erde. Nehmt aber bitte kein Glas, da es bei Sonnenschein durch die Lichtbrechung zum brennen kommen kann. Quelle: Buch Vertikales Gemüse.

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Richtig gießen bringt eine Menge. Wenn ihr auch ein paar Bewässerungstipps habt, oder Fragen zum Thema, tippt sie gerne in die Kommentare!

Mit herzlichen Grüßen aus dem Paradiesgarten
Rebekka

About Rebekka Maag

Hallo! Ich bin Autorin und Künstlerin. Hier im Blog schreibe ich für Euch über besondere Bücher, leckere Rezepte, Bastelideen und Gartentipps. Mehr über mich erfahrt Ihr auf der Team-Seite.

4 Gedanken zu „Die 10 goldenen Bewässerungs-Regeln

    1. Moin Jürgen,

      gerne doch! Und da hast du natürlich recht. Auch Rasenflächen sollten nicht zu sehr verhätschelt werden. Rasen regeneriert sich nach Trockenheit durchaus wieder.

      Liebe Grüße zurück

       
  1. Hallo Rebekka,

    Danke für die Tipps! Wie ist es denn mit Bäumen? Ab wann sollte man einen großen Laubbaum gießen? Ich hab eine Buche vor dem Haus die braune Blätter bekommt.

    Viele Grüße
    Gabi

     
    1. Hallo Gabi,

      wenn große Laubbäume anfangen die Blätter einzurollen, darf man sie natürlich mit Wasser unterstützen. Braune Blätter im August sind ein eindeutiges Zeichen für Trockenheit. Ich hoffe bei dir regnet es bald wieder. Bei uns wird es gerade auch wieder kühler.

      Herzliche Grüße aus dem Garten
      Rebekka

       

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